Du warst mein Leben von Catherine Texier

Wenn eine große Liebe zu Ende geht!

''Ich liebe dich nicht mehr'' - mit diesen Worten bringt Catherines Mann nach 18 Jahren alles zum Einsturz. Sie waren Seelenverwandte, doch nun gibt es in seinem Leben eine andere. Catherine kämpft hart - zuerst, um ihre Ehe zu retten. Aber dann, um sich aus ihr zu lösen.
In ihrem Tagebuch verarbeitet Catherine ihre Wut, ihren Schmerz - und die erlösende Kraft der Liebe.


LESEPROBE
Manchmal ist es am besten, die Operation ohne Betäubung vorzunehmen, ein sauberer Schnitt, hinein und heraus, kein Tropfen Blut, das Krebsgeschwür herausschneiden.
Manchmal treffen die grausamsten Worte wie ein Kugel.
Manchmal sind die grausamsten Worte die barmherzigsten.

An diesem Morgen, als ich die Spülmaschine ausräume, klirrt das pastellfarbene, matt glasierte Steingutgeschirr im grauen Licht eines regnerischen Tages. Der Café au lait in der Schale schmeckt nach Frankreich. Das Gelb des lackierten Tisches, das Türkis der Naugahyde-Stühle , das zu Blond gebleichte Ahornholz der Küchenschränkchen – Farben und Strukturen, die ich mag, die ich selbst ausgesucht habe. Das feste Morgenritual.
Und wenn du sterben würdest, wenn es der endgültig Verlust wäre, blieben dann Geschmack und Farben des Morgens nicht dieselben, würde nicht immer noch das Licht zum Fenster hereinströmen, wäre die mit Efeu bewachsene Mauer auf der anderen Hofseite nicht immer noch da, wie ein Standbild?
Als du Juliets Vater wurdest, fand ich in dir den Vater, den ich nie gehabt hatte, und ich habe dich zutiefst geliebt. Ich liebte dich für die Zärtlichkeit, mit der du sie berührt hast, ich liebte dich, wenn du ihr die Windeln gewechselt, ihr den Brei gemacht, sie zum Arzt gebracht, sie in den Armen gehalten hast, als der plastische Chirurg ihr den abgetrennte Finger wieder annähte, während ich zu Hause war und ein Interview gab. Hast du dich darüber geärgert, daß du dich soviel um sie kümmern musstest? Vielleicht. Wir sagten immer, Juliet habe zwei Mütter. Manchmal dachte ich, du warst die bessere Mutter. Wenn Juliet einen Wutanfall hatte, sich brüllend auf den Rücken warf und mit den Beinen strampelte, hast du es besser verstanden als ich, sie zu beruhigen. Trotz deines hitzigen Temperaments warst du der zärtlichste Vater den man sich denken kann. Wenn du Juliet an deine Brust drücktest, war es, als kuschelte ich mich in die arme eines Vaters.

In diesem Augenblick spüre ich keinen großen Zorn. Mein alles überwältigendes Gefühl ist Schmerz und Trauer, als wärst du plötzlich gestorben oder unsere Liebe wäre bei einem überraschenden Unfall zerschmettert worden.
Unsere Liebe, der Kraftstoff, der uns achtzehn Jahre lang angetrieben hat, go go go, ohne daß wir je zurückgeblickt hätten: unsere Körper, die einander nicht wiederstehen können, der Umzug von Los Angeles nach Montreal, von Montreal nach New York, das Abenteuer, die Wohnung zu renovieren, die Geburt der Mädchen, eine Zangengeburt bei Juliet, die nicht schnell genug herauskam. Wie fühlt man sich als Mutter? Fragte der Arzt im dem Krankenhaus von Montreal. Ich wusste es nicht. Ich vergoß Tränen über Juliets winzigem Körper, als ich erkannte, daß sie eines Tags sterben würde, dass Leben schenken auch Tod schenken heißt.
...


Die drei fogenden Bücher von Cecelia Ahern. Sind mit die besten die ich gelesen habe, vorallem das 1. "P.S. Ich Liebe Dich", das ist so ein tolles Buch und das " Für immer vielleicht", ja da muss ich gestehen, das ich dieses bereits 4. Mal gelesen habe und ich könnt es immer wieder lesen. Es ist einfach nur großartig. Nur das 3. "Zwischen Himmel und Liebe", das hat mich nicht all zu sehr vom hocker gerissen. Aber die Geschmäcker sind verschieden ...

P.S. Ich liebe Dich von Cecelia Ahern

Einer der wunderbarsten Liebesromane
Der Plan war einfach: zusammenbleiben, ein Leben lang. Doch nun ist Gerry tot. Gehirntumor. Und Holly, erst 29, bleibt alleine zurück. Wie soll sie nun weitermachen? Alles scheint zu Ende. Da taucht ein Paket mit Briefen auf: von Gerry, geschrieben in seinen letzten Lebenstagen, für Holly, für die nächsten Monate.
"Werde Karaoke-Queen, Holly! Suche Dir endlich einen interessanten Job, Holly! Greif nach den Sternen, Holly! Und PS: Ich liebe Dich!".
Holly lacht, weint, und tut, was Gerry schreibt: sie lernt, wer ihre wahren Freunde sind. Sie lernt, sich ein wenig neu zu verlieben und macht mit jedem Brief einen Schritt in ein neues Leben und in neues Glück.


LESEPROBE
Holly drückte den blauen Baumwollpulli fest ans Gesicht. Als ihr der vertraute Geruch in die Nase stieg, war es wie ein Schlag in den Magen. Ein überwältigender Schmerz packte ihr Herz, ihr Nacken kribbelte, und plötzlich hatte sie einen Kloß im Hals, der sie fast zu ersticken drohte. Panik machte sich breit. Ab­gesehen vom leisen Summen des Kühlschranks und vom Knacken der Heizungsrohre war es still im Haus. Sie war allein. Ihr kam die Galle hoch, und sie rannte ins Badezimmer, wo sie vor der Toilette in die Knie ging.
Gerry war fort, und er würde nie wiederkommen. Das war die Realität. Nie mehr würde sie die Finger durch seine weichen Haare gleiten lassen, nie mehr mit ihm über einen Witz lachen, den nur sie beide verstanden, nie mehr würde sie sich bei ihm verkriechen kön­nen, wenn sie von der Arbeit nach Hause kam und dringend jeman­den brauchte, der sie in den Arm nahm. Nie mehr würde sie mit ihm in einem Bett schlafen, nie mehr von seinen morgendlichen Niesanfällen geweckt werden, nie mehr mit ihm herumalbern, bis ihr der Bauch wehtat vor Lachen, nie mehr mit ihm darüber strei­ten, wer aufstehen und das Schlafzimmerlicht ausmachen musste. Nichts war geblieben außer einem Bündel Erinnerungen und sei­nem Bild in ihrem Kopf, das jeden Tag blasser wurde.
Sie hatten einen ganz einfachen Plan gehabt: Sie wollten für den Rest ihres Lebens zusammenbleiben. Ein Plan, den eigentlich jeder für durchführbar gehalten hatte, denn alle wussten, dass Holly und Gerry beste Freunde, Geliebte und Seelenverwandte waren, dazu bestimmt, ein Paar zu sein. Doch dann beschloss das Schicksal, die­sen Plan zu durchkreuzen.
Viel zu schnell war das Ende gekommen. Nachdem Gerry ein paar Tage über Migräne geklagt hatte, war er widerstrebend Hollys Rat gefolgt und zum Arzt gegangen, am Mittwoch in der Mittags­pause. Sie waren davon ausgegangen, dass es an Stress oder Müdig­keit lag, schlimmstenfalls daran, dass er eine Brille brauchte. Das mit der Brille hatte Gerry überhaupt nicht gefallen. Aber er hätte sich darüber keine Sorgen machen müssen, seine Augen waren nämlich vollkommen in Ordnung. Doch in seinem Gehirn wuchs ein Tumor.
Die Fliesen waren eiskalt. Mit zitternden Händen betätigte Holly die Spülung und stand schwankend auf. Gerry war dreißig Jahre alt geworden. Gut, er war vielleicht nicht der gesündeste Mensch der Welt gewesen, aber doch gesund genug, dass er ... na ja, dass er davon ausgehen konnte, ein normales Leben zu führen. Als er dann todkrank war, machte er tapfer Witze darüber, dass er nicht immer so auf Nummer sicher hätte gehen sollen. Er hätte Drogen nehmen, viel mehr trinken und reisen sollen, aus einem Flugzeug springen und sich dabei die Beine rasieren ... die Liste ließ sich endlos fort­setzen. Ja, er scherzte darüber, aber Holly konnte das Bedauern in seinen Augen sehen - das Bedauern darüber, dass er für so vieles nie Zeit gehabt, dass er so viele Orte der Welt nie gesehen hatte. Er trauerte um seine Zukunft, all die Erfahrungen, die er gerne noch gemacht hätte. Ob er auch das Leben bedauerte, das er zusammen mit Holly gehabt hatte? Zwar zweifelte sie nie daran, dass er sie lieb­te, aber vielleicht meinte er ja, dass er Zeit verschwendet hatte.
Plötzlich wurde das Älterwerden etwas Erstrebenswertes, statt wie früher als unangenehme, unvermeidliche Perspektive am Hori­zont zu schweben. Wie vermessen sie gewesen waren, dass sie es nie als Leistung und Herausforderung angesehen hatten, alt zu werden!
Schluchzend wanderte Holly von einem Zimmer zum nächsten, und dicke Tränen liefen ihr über die Wangen. Ihre Augen waren rot und brannten, doch die Nacht schien kein Ende nehmen zu wollen. In keinem Zimmer fand sie Trost. In der verhassten Stille blickte sie um sich und erwartete halb, dass die Couch die Arme nach ihr aus­strecken würde. Aber selbst die schien sie zu ignorieren.
So würde ich Gerry überhaupt nicht gefallen, dachte sie, holte tief Atem, wischte sich die Augen und versuchte, wieder zur Ver­nunft zu kommen. Nein, Gerry wäre ganz und gar nicht mit ihr zu­frieden, wenn sie sich so gehen ließ.
Am nächsten Tag sah man ihr an, dass sie die ganze Nacht geweint hatte. Wie so oft in den letzten Wochen war sie irgendwann in den frühen Morgenstunden vor Erschöpfung eingeschlafen. Völlig ver­spannt erwachte sie dann, immer auf einem anderen Möbelstück. Meistens weckte sie ein Anruf von einem besorgten Freund oder Familienmitglied. Wahrscheinlich dachten sie alle, sie würde nichts anderes tun als schlafen. Aber warum rief niemand an, wenn sie ziel­los wie ein Zombie durchs Haus streifte und die Zimmer absuchte nach ... ja, wonach eigentlich? Was hoffte sie denn zu finden?
»Hallo?«, meldete sie sich benommen. Vom Weinen war ihre Nase ständig verstopft, aber sie hatte schon lange aufgehört, für ir­gendjemanden eine tapfere Miene aufzusetzen. Ihr bester Freund war nicht mehr da, da half kein Make-up, keine frische Luft, kein Einkaufsbummel - nichts davon konnte das schwarze Loch in ih­rem Herzen füllen.
»Oh, tut mir Leid, Liebes, hab ich dich geweckt?«, kam die be­sorgte Stimme von Hollys Mutter aus dem Hörer. Immer die glei­che Frage. Ihre Mutter rief jeden Morgen an, um zu sehen, ob Holly eine weitere einsame Nacht überlebt hatte. Zwar hatte sie immer Angst, ihre Tochter zu wecken, aber andererseits war sie jedes Mal erleichtert, dass Holly noch atmete und den Geistern der Nacht ein­mal mehr getrotzt hatte.
»Nein, ich hab sowieso nur noch gedöst. Ist schon okay.« Auch die Antwort war stets die gleiche.
»Dein Dad und Declan sind nicht da, und ich hab an dich gedacht, Liebes.« Warum stiegen ihr beim Klang dieser sanften, mit­fühlenden Stimme immer die Tränen in die Augen? Sie konnte sich das Gesicht ihrer Mutter vorstellen, die Stirn in sorgenvolle Falten gelegt. Aber das tröstete sie nicht. Es machte ihr nur noch deutli­cher, warum sich alle Sorgen machten. Es war nicht richtig! Alles sollte normal sein! Gerry sollte neben ihr sitzen, die Augen verdre­hen und versuchen, sie zum Lachen zu bringen, während ihre Mut­ter plapperte. Wie oft hatte Holly ihm den Hörer in die Hand ge­drückt, wenn sie selbst einen Lachkoller bekam. Dann sprach er weiter, als wäre nichts passiert, und ignorierte Holly, die ums Bett herumhopste und Grimassen schnitt, um ihn abzulenken. Aber das funktionierte äußerst selten.
Mit viel »Hmm« und »Aha« mogelte sie sich irgendwie durch das Gespräch, ohne wirklich etwas mitzubekommen.
»Es ist wunderschön draußen, Holly. Ein Spaziergang würde dir bestimmt gut tun. Ein bisschen frische Luft.«
»Hmm, kann schon sein.« Da war sie wieder, die Antwort auf alle Probleme.
»Vielleicht ruf ich später noch mal an, dann können wir in Ruhe plaudern.«
»Lass, Mum, danke. Mir geht's gut.«
Schweigen.
»Na schön, dann ... dann ruf mich einfach an, wenn du es dir doch anders überlegst. Ich hab den ganzen Tag Zeit.« »Okay.«
Erneutes Schweigen.
»Trotzdem vielen Dank.«
»Gut ... pass auf dich auf, Liebes.«
»Mach ich.« Gerade wollte Holly auflegen, als ihre Mutter noch einmal ansetzte.
»Oh, Holly, fast hätte ich es vergessen. Hier liegt immer noch der Umschlag für dich, du weißt schon. Vielleicht möchtest du ihn ab­holen, er liegt jetzt schon seit Wochen hier. Vielleicht ist es was Wichtiges.«
»Kann ich mir nicht vorstellen. Da ist bloß wieder eine Karte drin.«
»Nein, das glaube ich nicht, Liebes. Es steht etwas drauf ... Mo­ment mal, ich hole ihn schnell ...«
Der Hörer wurde weggelegt, man hörte Schritte über die Fliesen zum Tisch klappern, Stühle scharrten, dann wurden die Schritte wieder lauter, das Telefon wurde aufgenommen ...
»Bist du noch da?«
»Ja.«
»Okay, hier steht: >Die Liste<. Vielleicht von deiner Arbeit oder so.«
Holly ließ den Hörer sinken.


Für immer vielleicht von Cecelia Ahern

Rosie und Alex kennen sich, seit sie fünf Jahre alt sind. Und schon damals wussten sie, dass sie zusammengehören - für immer. Nur das Schicksal wusste das anscheinend nicht. So trennten sich ihre Wege immer wieder. Doch wahre Liebe lässt sich nicht "verdrängen".

LESEPROBE
Meine Trauzeuginnen-Rede
Guten Abend allerseits, mein Name ist Rosie, und wie ihr alle sehen könnt, hat Alex einen nichttraditionellen Weg eingeschlagen und mich gebeten, heute seine Trauzeugin zu sein. Weil ich nämlich früher mal die wichtigste Person in seinem Leben war. Heute steht mir dieser Titel natürlich nicht mehr zu. Er gebührt Sally, die er heute geheiratet hat und die seit einiger Zeit die wichtigste Person in seinem Leben ist.
Ich könnte mich sicher mit einem gewissen Recht als seine »beste Freundin« bezeichnen, aber ich denke, es wissen alle, dass auch dieser Titel mir nicht mehr zusteht. Auch er gehört jetzt Sally.
Aber was Sally nicht hat, das sind die Erinnerungen an Alex als Kind, an Alex als Teenager und an einen Alex, der eigentlich schon ein Mann sein möchte, es aber noch nicht ganz geschafft hat. Vor allem das letztere Stadium würde er sicher gern aus seinem Gedächtnis streichen, aber stattdessen verrate ich euch jetzt was davon. (Hoffentlich fangen hier alle an zu lachen.)
Ich kenne Alex schon, seit er fünf Jahre alt war. Ich erschien zu meinem ersten Schultag mit verheulten Augen, roter Nase und eine halbe Stunde zu spät. (Ich bin so gut wie sicher, dass Alex hier schreien wird.­“Gähn! Was Neues ist dir wohl nicht eingefallen?") Ich bekam die Order, mich nach hinten zu setzen, neben einen müffelnden, rotznäsigen, ungekämmten kleinen Jungen mit einem abgrundtiefen Schmollen im Gesicht, der mich weder anschauen noch mit mir reden wollte. Ich hasste ihn.
Ich weiß, dass er mich auch gehasst hat. Er hat mich unterm Tisch gegen die Schienbeine getreten und dem Lehrer gepetzt, ich würde bei ihm abschreiben. Zwölf Jahre lang saßen wir nebeneinander, stöhnten über die Schule, stöhnten über Freundinnen und Freunde, wünschten uns, älter und klüger zu sein und nicht mehr zur Schule gehen zu müssen, träumten von einem Leben, in dem es keine Doppelstunden Mathe am Montag gab.
Jetzt hat Alex genau so ein Leben, und ich bin stolz auf ihn. Ich bin glücklich, dass er in der perfekten und ach so klugen und nervigen Sally die wichtigste Person in seinem Leben und seine neue beste Freundin gefunden hat.
Jetzt bitte ich euch alle, die Gläser zu erheben, auf meinen besten Freund Alex und seine neue beste Freundin und Frau Sally anzustoßen und ihnen für die Zukunft Glück und Freude und-eine-baldige Scheidung zu wünschen.
Auf Alex und Sally!

Oder irgendwas in diesem Stil: Was hältst du davon, Ruby?

Sie haben eine Message von: RUBY
Ruby: Würg, kotz, spei. Das wird garantiert allen gefallen. Viel Glück, Rosie. Keine Tränen und TRINK LIEBER NICHTS, sonst sagst du garantiert irgendwas, was du später bereust.

An Rosie
Grüße von den Seychellen! Liebe Rosie, ganz, ganz herzlichen Dank für letzte Woche! Es war einfach super. Ich hätte nie gedacht, dass ich meinen Hochzeitstag genießen würde, aber dank dir hab ich es geschafft. Keine Sorge, ich glaube, es hat keiner gemerkt, dass du die ganze Zeit betrunken warst, außer vielleicht bei deiner Rede, aber die war schlicht der Brüller. Allerdings vermute ich, dass der Pastor nicht sehr begeistert war, als du ausgerechnet in dem Moment, als ich »Ja, ich will« gesagt hab, so laut Schluckauf bekamst.
An die Junggesellenparty kann ich mich kaum erinnern, aber wie ich höre, war sie ein großer Erfolg. Die Jungs hören gar nicht mehr auf, davon zu erzählen. Ich glaube, Sally war leicht verärgert, dass sie einen Mann mit nur einer Augenbraue heiraten musste, aber mir ist egal, was die anderen sagen, ich weiß, es war nicht deine Schuld. Auf den Hochzeitsfotos sieht man immer nur mein linkes Profil, aber das macht nichts, weil Sally sowieso sagt, das ist meine gute Seite. Im Gegensatz zu dir, die immer behauptet, das Beste an mir ist, wenn man mich von hinten sieht.
Die Hochzeit hat echt gut geklappt, findest du nicht auch? Ich dachte, ich wäre bestimmt ein totales Nervenbündel, aber du hast mich so oft zum Lachen gebracht, dass ich mich ganz gut in den Griff gekriegt habe. Vielleicht hätten wir bei den Hochzeitsfotos etwas ernster sein sollen, denn jetzt gibt es vermutlich keine einzige anständige Aufnahme von uns, bloß irgendwelche Lachgrimassen. Von meiner Idee mit der Trauzeugin war Sallys Familie zwar nicht sonderlich begeistert, aber Sallys Dad fand dich super. Stimmt es, dass du mit ihm dreifache Tequilas auf Ex getrunken hast?
Meine Eltern haben sich total gefreut, dich und Katie zu sehen. Es ist echt lustig - sie finden, dass Katie genauso aussieht wie du mit acht. Ich glaube, meine Mum hat irgendwie gehofft, du wärst tatsächlich acht und ich am besten auch. Sie war den ganzen Tag über ziemlich rührselig. Aber sie und mein Dad reden beide immer noch davon, wie toll du in diesem Kleid ausgesehen hast. Als wärst du selbst die Braut gewesen!
Und das stimmt auch, Rosie! Ich glaube, ich hatte dich vorher überhaupt noch nie in einem Kleid gesehen (jedenfalls nicht, seit du ungefähr so alt warst wie Katie). Na ja, wenn ich es damals zum Abschlussball geschafft hätte, wäre es jetzt nicht das erste Mal gewesen. 0 Gott, ich klinge schon wie ein Opa, der vom Krieg erzählt.
Deine Rede fanden alle genial, und ich glaube, meine Freunde sind samt und sonders in dich verschossen. Nein, ihre Telefonnummern kriegst du trotzdem nicht. Übrigens bist du immer noch meine beste Freundin, Rosie. Das wird sich nie ändern. Nur damit du es weißt.
Das Eheleben läuft bis jetzt ganz gut. Wir sind ja erst seit zehn Tagen verheiratet, deshalb haben wir uns nur ... zehnmal gestritten. Haha. Jemand hat mir erzählt, dass Streiten zu jeder gesunden Beziehung dazugehört ... also mach ich mir keine Sorgen. Unser Quartier ist der Oberhammer, worüber ich froh bin, schließlich kostet es ein Vermögen. Wir wohnen in so einer Art Holzhütte, die auf Stelzen im Wasser steht. Das Wasser ist türkis und man sieht eine Unmenge knallbunter Fische. Ein Paradies - es würde dir bestimmt gefallen. Überhaupt - falls du dich immer noch fürs Hotelgewerbe interessierst, wäre hier ein phantastischer Arbeitsplatz für dich. Stell dir vor, ein Büro direkt am Strand ...
Ehrlich gesagt würde ich am liebsten den ganzen Tag am Strand rumliegen und faulenzen und Cocktails schlürfen, aber Sally muss ständig was unternehmen, deshalb werde ich ins Meer geschleppt oder fliege plötzlich in einem höchst seltsamen Apparat am Himmel. Ich würde mich nicht wundern, wenn meine Frau eines Tages beschließt, dass wir unser Mittagessen unter Wasser einnehmen.
Ich hab Geschenke für dich und Katie gekauft und hoffe, dass sie wohlbehalten bei euch ankommen und die Post sie nicht zerquetscht hat. Muscheln sind hier in der Gegend eine Art Glücksbringer, und ich weiß, dass du schon immer gern am Strand Muscheln gesammelt hast, als wir klein waren, und jetzt kannst du die schönsten um den Hals tragen.
Tja, jetzt muss ich wohl mal Schluss machen, anscheinend sollen nämlich Leute in den Flitterwochen keine Karten schreiben, ganz zu schweigen von Briefen, die so lang sind wie Romane (das sagt jedenfalls Sally - also höre ich auf). Ich glaube, sie ist gerade auf die Idee gekommen, wir könnten uns doch mal auf Wasserskiern von einem Delphin rumziehen lassen oder so was.
Himmel hilf, worauf hab ich mich da nur eingelassen?
Alles Liebe,
Alex
P.S. Ich vermisse dich!

Sie haben eine Message von: RUBY
Ruby: Ich hab dich aus dem Fenster zur Arbeit kommen sehen. Was zum Teufel hast du da um den Hals?
Muscheln?
Rosie: Die bringen Glück.
Ruby: Aha. Heute schon welches gehabt?
Rosie: Ich hab den Bus heute Morgen nicht verpasst. Ruby: Aha.
Rosie: Ach, verpiss dich. Rosie hat sich ausgeloggt.

Von: Rosie

An: Ruby

Betreff: Nicht zu fassen

Ich faxe dir einen Brief, den Sally an Katie geschickt hast. Lass mich wissen, was du davon hältst.

Liebe Katie,
danke, dass du bei meiner Hochzeit letzte Woche mein Blumenmädchen warst. Alle fanden dich wunderschön, eine richtige kleine Prinzessin.
Ich und Alex machen jetzt Ferien auf den Seychellen, auf einer -Insel. Das wäre genau das Richtige für deine Mummy. Sag ihr, dass es hier wunderschön ist, warm und sonnig. Du kannst ihr auch das Foto von Alex und mir zeigen, wie wir am Strand liegen, damit sie sieht, wie es hier ist. Wir sind sehr glücklich und sehr verliebt.
Ich lege auch ein Bild von dir mit mir und Alex an unserem Hochzeitstag bei, damit du es rahmen und bei dir zu Hause aufhängen kannst. Ich hoffe, es gefällt dir.
Ruf uns bald mal an!
Liebe Grüße von
Sally

Sie haben eine Message von: RUBY
Ruby: Klingt so, als würde die Zicke sich ein bisschen aufspielen, um ihr Territorium zu markieren.
Rosie: Indem sie einem unschuldigen kleinen Mädchen so einen Brief schickt??!!
Ruby: Na ja, es ist doch eindeutig, dass sie gewusst hat, dass du ihn in die Finger kriegen würdest. Ziemlich mies, klar. Aber lass dir wegen Sally keine grauen Haare wachsen. Sie versucht bloß klarzustellen, wer jetzt die Frau in Alex' Leben ist. Warum tut sie das wohl? Hast du sie irgendwie erschreckt? Rosie: Was denkst du denn? Ich doch nicht!
Ruby: Rosie?
Rosie: Na ja, okay. Vielleicht hat sie sich ein bisschen bedroht gefühlt, weil Alex und ich uns bei ihrer Hochzeit besser amüsiert haben als sie.
Ruby: Volltreffer!
Rosie: Ja, aber so sind wir doch immer, Ruby. Ich hab nicht mit ihm geflirtet, da war überhaupt nichts. Wir waren einfach gut gelaunt. Aber Sally konnte sich tatsächlich den ganzen Tag lang kein Lächeln abringen. Sie hat ständig ein total verbissenes Gesicht gemacht und alle angeschmollt.
Ruby: Weißt du, ich glaube dir, aber die meisten anderen Menschen würden wahrscheinlich denken, du lügst. Aber wie dem auch sei - reg dich nicht über Sally auf, ignorier sie einfach. Rosie: Keine Angst, ich werde nicht auf diesen komischen Brief eingehen. Aber ich wollte, diese blöde Kuh hätte wenigstens so viel gesunden Menschenverstand, dass sie nicht auch noch meine Tochter mit reinzieht.
Ruby: Katie wird das schon hinkriegen, die ist ein kluges Mädchen. Genau wie ihre Mutter.

Liebe Sally,
freut mich, das dir mein Kleid gefallen hat, aber wenn ich du währe, hätte ich an meinem Hochzeitstag auch so ein hübsches Kleid wie das von meiner Mum angezogen. Alte fanden, das es echt gut zu Alex' Smoking gepasst hat. Ich habe Mum und Toby (das ist mein bester Freund) das Foto von dir und Alex am Strand gezeigt, und Toby meint, er hofft, das dein Sonnenbrand nicht allzu doll wehtut. Sieht echt schlimm aus.
Ich muss aufhören, weil Mums neuer Freund gleich kommt. Sag Alex einen schönen Gruß von mir, Mum und Toby.
Liebe Grüße von
Katie


Zwischen Himmel und Liebe

Elizabeth hat ihr Leben fest im Griff. Sie kümmert sich um ihr Designbüro, ihren mürrischen Vater, die chaotische Schwester und ihren sechsjährigen Neffen Luke. Doch niemanden lässt sie wirklich an sich heran - zu schmerzhaft sind die Wunden der Vergangenheit.
Ivan ist nicht von dieser Welt. Niemand kann ihn sehen. Wirklich niemand? Nur seine Schützlinge: Sein Job ist, "bester Freund" zu sein für jemanden, der ihn braucht.
So wie der kleine Luke. Als Ivan jedoch plötzlich auch eine Verbindung zu Elisabeth spürt, ist er verwirrt - sie gehört doch gar nicht zu seinen Aufgaben.


LESEPROBE
Elizabeth wanderte ruhelos über den Ahornfußboden der langen Halle ihres Hauses, und ihr Herz hämmerte so laut in ihrer Brust, dass ihre Rippen bebten. Das Telefon hielt sie zwischen Ohr und Schulter geklemmt, und ihre Gedanken waren wie ein Blizzard, der ihr die Sicht raubte, während sie dem schrillen Klingeln in ihrem Ohr lauschte.
Zwischendurch blieb sie lange genug stehen, um ihr Spie­gelbild anzustarren, und ihre braunen Augen weiteten sich vor Entsetzen. Sie gestattete es sich eigentlich nie, ungepflegt zu wir­ken. Sich so gehen zu lassen bedeutete Kontrollverlust. Wilde Strähnen ihrer schokobraunen Haare waren aus dem strengen französischen Knoten gerutscht, sodass sie aussah, als hätte sie einen Finger in die Steckdose gesteckt. Unter ihren Augen klebte Mascara, ihr Lippenstift war verwischt bis auf den pflaumenfar­benen Lipliner, der jetzt einen krassen Rahmen um ihren Mund bildete, und die Grundierung pappte auf den trockenen Stellen ihrer olivfarbenen Haut. Verschwunden war der sonst übliche makellose Look, und das ließ ihr Herz nur noch schneller schla­gen und steigerte ihre Panik.
Tief durchatmen, Elizabeth, einfach nur tief durchatmen, sagte sie sich. Mit zitternden Händen glättete sie die zerzausten Haa­re. Die Mascarakrümel wischte sie mit einem nassen Finger ab, spitzte die Lippen und rieb sie aufeinander, strich ihr Jackett glatt und räusperte sich. Ein Augenblick der Konzentrationsschwä­che, das war alles. Und es würde nicht wieder passieren. Entschlossen verlagerte sie das Telefon ans linke Ohr und bemerkte dabei, dass ihr Claddagh-Ohrring einen deutlichen Abdruck auf dem Hals hinterlassen hatte. Ihre Schultern hatten wohl ziemlich fest zugepackt.
Endlich hob auf der anderen Seite jemand ab. Elizabeth wand­te dem Spiegel den Rücken zu und nahm Haltung an. Zurück zur Sache.
»Hallo, hier Polizeirevier von Baile na gCroithe.«
Elizabeth zuckte zusammen, als sie die Stimme am Telefon er­kannte. »Hi, Marie, hier ist Elizabeth ... mal wieder. Saoirse hat das Auto genommen.« Sie machte eine Pause. »Mal wieder.«
Vom anderen Ende der Leitung hörte man einen leisen Seuf­zer. »Wann genau, Elizabeth?«
Elizabeth ließ sich auf die unterste Stufe der Haustreppe sin­ken und machte sich auf das übliche Verhör gefasst. Sie schloss die Augen, eigentlich nur, um zu blinzeln, aber die Erleichterung, einfach alles auszublenden, war so groß, dass sie sie einfach nicht wieder aufmachte. »Vor fünf Minuten.«
»Gut. Hat sie gesagt, wo sie hinwill?«
»Zum Mond«, antwortete Elizabeth sachlich. »Wie bitte?«, hakte Marie nach.
»Du hast es doch genau gehört. Sie hat gesagt, sie will zum Mond«, erwiderte Elizabeth mit fester Stimme. »Sie meint, die Leute dort würden sie bestimmt besser verstehen.«
»Die Leute auf dem Mond«, wiederholte Marie.
»Ja«, bestätigte Elizabeth irritiert. »Du könntest sie vielleicht auf der Autobahn suchen lassen. Vermutlich ist das der schnells­te Weg, wenn man zum Mond will, oder nicht? Obwohl ich nicht ganz sicher bin, welche Ausfahrt sie nimmt. Die am weitesten im Norden wahrscheinlich. Vielleicht fährt sie nach Nordosten in Richtung Dublin, oder wer weiß, vielleicht ist sie auch unter­wegs nach Cork; womöglich haben die Mondleute ein Flugzeug geschickt, das sie abholt. Ganz egal, ich würde an deiner Stelle jedenfalls die Autobahn checken ...«
»Entspann dich, Elizabeth, du weißt doch, dass ich dir solche Fragen stellen muss.«
»Ja, ich weiß.« Elizabeth versuchte sich zu beruhigen. In die­sem Augenblick verpasste sie ein wichtiges Meeting. Wichtig für sie, wichtig für ihr kleines Architekturbüro. Da Lukes Kinder­frau Edith vor ein paar Wochen zu der dreimonatigen Weltreise aufgebrochen war, mit der sie Elizabeth schon seit sechs Jahren drohte, hatte heute ausnahmsweise die Babysitterin auf Luke aufgepasst. Aber das arme Mädchen kannte Saoirse und ihr son­derbares Verhalten nicht und hatte Elizabeth völlig panisch bei der Arbeit angerufen ... wieder einmal. Elizabeth musste alles stehen und liegen lassen und nach Hause hetzen ... wieder ein­mal. Eigentlich hätte sie nicht überrascht sein dürfen, dass das passiert war ... wieder einmal. Das einzig Überraschende war, dass Lukes Nanny Edith abgesehen von ihrer Reise überhaupt noch jeden Tag zur Arbeit auftauchte. Seit sechs Jahren half sie Elizabeth nun schon mit Luke, sechs Jahre voller Dramatik, und trotz Ediths Loyalität erwartete Elizabeth praktisch jeden Tag ei­nen Anruf oder einen Kündigungsbrief. Denn Lukes Nanny zu sein war mit einer Menge Belastungen verbunden. Aber es war auch ganz schön schwer, Lukes Adoptivmutter zu sein.
»Elizabeth, bist du noch da?«
»Ja«, sagte sie und machte schnell die Augen wieder auf. Sie wurde schon wieder unkonzentriert. »Entschuldige, was hast du gerade gesagt?«
»Ich hab dich gefragt, welches Auto Saoirse genommen hat.«
Elizabeth verdrehte die Augen und schnitt dem Telefon eine Grimasse. »Dasselbe wie immer, Marie. Dasselbe wie letzte Wo­che, wie die vorletzte Woche und auch die Woche davor«, fauch­te sie.
Aber Marie blieb fest. »Und das ist der ...«
»Der BMW«, unterbrach Elizabeth. »Das gleiche verdammte schwarze BMW-Cabrio. Vier Räder, zwei Türen, ein Steuer, zwei Seitenspiegel, Scheinwerfer und ...« (...)


Nickolas Sparks ... leider, leider gibt es inzwischen schon viel zu viel von ihm um wirklich alle von ihm zu lesen. Ein paar hab ich und die sind wunderschön. Ganz toll geschrieben, einfach nur spitze echt.
Hier ein paar ganz besondere, die ich natürlich selber auch habe:

Wie ein einziger Tag von Nickolas Sparks

Nach 14 Jahren der Trennung trifft Noah seine Jugendliebe Allie wieder, und beide erkennen, daß ihre Liebe nichts von der früheren Kraft eingebüßt hat. Jedoch trennt sie noch immer die alte gesellschaftliche Kluft, denn Allie stammt aus einer angesehenen Familie und Noah aus armen Verhältnissen. Außerdem ist Allie inzwischen mit Lon, einem erfolgreichen Anwalt, verlobt. Sie steht vor einer schweren Entscheidung: Soll sie der Stimme der Vernunft oder der ihres Herzens folgen?

LESEPROBE
Wunder
Wer bin ich? Und wie, so frage ich mich, wird diese Geschichte enden?
Die Sonne geht auf, und ich sitze an einem Fenster, das beschlagen ist vom Atem eines vergangenen Lebens. Einen schönen Anblick biete ich heute morgen! Zwei Hemden, eine warme Hose, ein Schal, zweimal um den Hals gewickelt, und hineingesteckt in einen dicken Wollpullover, den meine Tochter mir vor dreißig Jahren zum Geburtstag gestrickt hat. Der Thermostat in meinem Zimmer ist so hoch gestellt wie möglich,
und gleich hinter mir befindet sich noch ein kleiner Heizofen. Er knackt und ächzt und speit heiße Luft wie ein Märchendrache, und doch zittert mein Körper noch immer vor Kälte, einer Kälte, die nicht von mir weichen will, einer Kälte, die sich achtzig Jahre lang in mir ausgebreitet hat. Achtzig Jahre, denke ich so manches Mal, und obwohl ich mich längst mit meinem Alter abgefunden habe, wundert es mich immer noch, daß ich seit dem Tag, da George Bush Präsident wurde, nicht mehr am Steuer eines Autos saß. Ich frage mich, ob es jedem in meinem Alter so ergeht.
Mein Leben? Es ist nicht leicht zu erklären. Sicher war es nicht so aufsehenerregend, wie ich es mir erträumt hatte, doch hat es sich auch nicht im unteren Drittel abgespielt. Es läßt sich wohl am besten mit einer sicheren Aktie vergleichen, stabil, mehr Höhen als Tiefen, und langfristig gesehen mit Aufwärtstrend. Ein guter Kauf, ein glücklicher Kauf, was wohl nicht jede von seinem Leben behaupten kann. Doch lassen Sie sich nicht irreführen.
Ich bin nichts Besonderes, gewiß nicht. Ich bin ein gewöhnlicher Mann mit gewöhnlichen Gedanken, und ich habe ein ganz gewöhnliches Leben geführt. Mir wurden keine Denkmäler gesetzt, und mein Name wird bald vergessen sein, doch ich habe jemanden geliebt, mit Herz und Seele, und das war mir immer genug.
Die Romantiker würden es eine Liebesgeschichte nennen, die Zyniker eine Tragödie. Für mich ist es ein bißchen von beidem, und ganz gleich, wie man es letztendlich bezeichnet, es ändert doch nichts an der Tatsache, daß es um einen großen Teil meines Lebens geht und den Weg, den ich gewählt habe. Ich kann mich nicht beklagen über diesen Weg und die Stationen, an die er mich geführt hat; über andere Dinge vielleicht, doch der Weg, den ich gewählt habe, war immer der richtige, und ich würde mich immer wieder für ihn entscheiden. Die Zeit macht es einem leider nicht leicht, beharrlich seinen Weg zu gehen. Doch auch wenn der Weg immer noch gerade verläuft, so ist er jetzt mit Geröll übersät, das sich im Verlauf eines Lebens nun einmal anhäuft. Bis vor drei Jahren wäre es leicht gewesen, darüber hinwegzusehen, jetzt aber ist es unmöglich. Eine Krankheit hat meinen Körper erfaßt; ich bin nicht mehr stark und gesund, und ich verbringe meine Tage wie ein alter Luftballon, schlaff, porös, immer weicher mit der Zeit.
Ich huste und schaue blinzelnd auf meine Uhr. Ich sehe, es ist Zeit.
Ich erhebe mich aus meinem Sessel am Fenster, schlurfe durchs Zimmer, halte am Schreibtisch inne, um mein Tagebuch an mich zu nehmen, das ich wohl schon hundertmal gelesen habe. Ich blättere nicht darin. Ich klemme es mir unter den Arm und bin schon unterwegs zu dem Ort, zu dem ich gehen muß. Ich laufe durch geflieste Flure, weiß mit grauen Sprenkeln. Wie mein Haar und das Haar der meisten Menschen hier, obwohl ich heute morgen der einzige auf dem Korridor bin. Sie sind in ihren Zimmern, allein mit ihrem Fernseher, aber sie sind, wie ich, daran gewöhnt. Ein Mensch kann sich an alles gewöhnen, man muß ihm nur genug Zeit lassen.
In der Ferne höre ich gedämpftes Weinen, und ich weiß genau, von wem diese Geräusche kommen. Dann sehen mich die Krankenschwestern, und wir lächeln uns zu, tauschen Grüße. Sie sind meine Freunde, und wir unterhalten uns oft. Ich bin sicher, sie wundern sich über mich und über das, was ich Tag für Tag durchmache. Im Vorübergehen höre ich sie miteinander flüstern. »Da ist er wieder«, höre ich. »Ich hoffe, es nimmt ein gutes Ende.« Doch sie sprechen mich nie direkt darauf an. Sicher glauben sie, es würde mir wehtun, so früh am Morgen darüber zu sprechen, und da sie mich kennen, haben sie gewiß recht.
Kurz darauf bin ich bei dem Zimmer angelangt. Die Tür steht offen für mich, wie immer. Es sind noch zwei Krankenschwestern darin, und auch sie lächeln, als ich eintrete. »Guten Morgen«, sagen sie mit fröhlicher Stimme, und ich nehme mir einen Augenblick Zeit, frage nach den Kindern, nach der Schule, den bevorstehenden Ferien. Wir sprechen vielleicht eine Minute, ohne auf das Weinen einzugehen. Sie scheinen es nicht wahrzunehmen; sie sind dagegen taub geworden, wie ich letztlich auch.
Danach sitze ich in dem Sessel, der sich meinem Körper angepaßt hat. Sie sind jetzt fertig, und sie ist angezogen, aber sie weint noch immer. Ich weiß, sie wird sich beruhigen, wenn sie gegangen sind.
Die morgendliche Hektik verstört sie jedesmal, und heute ist keine Ausnahme. Schließlich wird das Rollo hochgezogen, und die Schwestern gehen. Beide lächeln und berühren mich im Vorbeigehen. Ich frage mich, was das zu bedeuten hat.
Ich sitze da und sehe sie an, doch sie erwidert meinen Blick nicht.
Das ist verständlich, denn sie weiß nicht, wer ich bin. Ich bin ein Fremder für sie. Ich wende mich, den Kopf gesenkt, ab und bitte Gott um die Kraft, die ich brauchen werde. Ich habe immer an Gott geglaubt, an Gott und an die Macht des Gebetes, obwohl mein Glaube, wenn ich ehrlich bin, eine Reihe von Fragen hat aufkommen lassen, die ich gern beantwortet hätte, wenn ich einmal gegangen bin.
Fertig jetzt. Die Brille aufgesetzt. Die Lupe aus der Tasche gezogen.
Ich lege sie einen Augenblick auf den Tisch, während ich das Tagebuch aufschlage. Zweimal über die Kuppe des knotigen Fingers geleckt, um den abgenutzten Deckel zu wenden und die erste Seite aufzuschlagen.
Dann die Lupe darübergehalten.
Kurz bevor ich anfange zu lesen, kommt jedesmal ein Augenblick, in dem mir der Atem stockt und ich mich frage, wird es diesmal geschehen?
Ich weiß es nicht, ich weiß es nie vorher, und im Grunde ist es auch nicht wichtig. Es ist die Möglichkeit, nicht die Gewißheit, die mich fortfahren läßt, eine Wette mit mir selbst, könnte man sagen. Und auch wenn Sie mich für einen Träumer oder Narren oder sonstwas halten, glaube ich, daß alles möglich ist.
Alles spricht dagegen, das ist mir klar, vor allem die Wissenschaft. Doch Wissenschaft ist nicht die ganze Antwort, das weiß ich, das hat mich das Leben gelehrt. Und deshalb glaube ich, daß Wunder, wie unerklärlich, wie unglaublich sie auch sind, wirklich geschehen können, ungeachtet der natürlichen Ordnung der Dinge. Und so beginne ich wieder, wie jeden Tag, laut aus meinem Tagebuch vorzulesen, damit sie es hören kann, in der Hoffnung, daß das Wunder, das mein Leben beherrscht, noch einmal wahr wird. Und vielleicht, ja, vielleicht wird es diesmal geschehen.


Nah und Fern von Nicholas Sparks

Die Geschichte von Bestseller-Autor Nicholas Sparks und seinem Bruder:
Was im Januar 2003 als eine Weltreise für Nicholas und Micah beginnt, entwickelt sich vielmehr zu einem Ausflug in eine stürmische Vergangenheit, die von Höhen und Tiefen gezeichnet ist. Früh schon verloren die beiden Brüder ihre Eltern und die jüngere Schwester Dana. Doch sie haben immer zusammengehalten und so manch harte Situation gemeistert.


LESEPROBE
PROLOG
Dieses Buch entstand, weil im Frühjahr 2002 ein Prospekt in meinen Briefkasten flatterte.
Es war ein typischer Tag im Hause Sparks. Den größten Teil des Morgens und des Nachmittags hatte ich damit verbracht, an meinem Roman »Das Lächeln der Sterne« zu arbeiten. Ich war aber nicht besonders gut vorangekommen und wollte den Tag einfach nur hinter mich bringen. Ich hatte längst nicht so viel geschrieben wie geplant und wusste beim besten Willen nicht, wie ich die Geschichte am nächsten Tag weiterführen sollte. Entsprechend schlecht war meine Laune, als ich gegen Abend den Computer endlich ausschaltete. Mit einem Schriftsteller zusammenzuleben, ist nicht immer leicht. Ich weiß das so genau, weil meine Frau mich öfter darauf hinweist, und das tat sie auch an diesem Tag. Niemand hört so etwas gern. Man möchte sich sofort verteidigen, aber ich habe inzwischen begriffen, dass es nichts bringt, wenn ich mich rechtfertige und mit ihr darüber debattiere. Es hat keinen Sinn. Statt zu sagen »Stimmt doch gar nicht!«, ergreife ich lieber ihre Hände, blicke ihr tief in die Augen und sage die drei Zauberworte, die jede Frau am liebsten hört: »Du hast Recht, mein Schatz.«
Manche Leute glauben, nur weil ich ein relativ erfolgreicher Schriftsteller bin, fällt mir das Schreiben leicht. Sie stellen sich vor, ich notiere einfach alles, »was mir so einfällt«, arbeite ein paar Stunden am Tag, liege den Rest der Zeit entspannt mit meiner Frau am Swimmingpool und plane derweil mit ihr unsere nächste exotische Urlaubsreise. In Wirklichkeit unterscheidet sich unser Leben kaum von dem einer durchschnittlichen Mittelschichtfamilie. Wir besitzen keinen Stab von Bediensteten, wir sind nicht ständig unterwegs. Zwar haben wir im Garten hinter dem Haus einen Pool mit mehreren Liegestühlen, das stimmt, aber ich kann mich nicht entsinnen, dass diese Liegestühle je besonders intensiv genutzt worden wären. Weder meine Frau noch ich haben tagsüber genug Muße, um herumzusitzen und zu faulenzen. In meinem Fall liegt es an der Arbeit. Bei meiner Frau ist der Grund die Familie. Oder genauer gesagt: die Kinder. Wir haben nämlich fünf Kinder, muss man wissen. Wenn wir Pioniere wären, fände kein Mensch diese Zahl besonders erstaunlich, aber heutzutage runzeln die Leute irritiert die Stirn. Letztes Jahr im Urlaub unterhielten meine Frau und ich uns mit einem anderen jungen Paar. Ein Thema ergab das andere, und schließlich landeten wir bei den Kindern. Die beiden hatten zwei Kinder, und nachdem sie uns gesagt hatten, wie diese heißen, rasselte meine Frau die Namen unserer Kinder herunter. Einen Moment lang herrschte Schweigen, und man merkte, dass die andere Frau glaubte, sie hätte sich verhört. »Sie haben fünf Kinder?«, fragte sie schließlich. »Ja.« Mitleidig lächelnd legte sie meiner Frau die Hand auf die Schulter. »Sind Sie verrückt?« Unsere Söhne sind zwölf, zehn und vier, unsere Zwillingstöchter werden demnächst drei. Es gibt auf der Welt vieles, wovon ich nichts verstehe, aber eins weiß ich mit Sicherheit: Irgendwie schaffen es Kinder, die Dinge in die richtige Perspektive zu rücken. Die beiden älteren wissen, dass ich mein Geld mit Romanschreiben verdiene, aber ich habe meine Zweifel, ob sie sich wirklich vorstellen können, was das bedeutet. Als zum Beispiel mein Zehnjähriger in der Schule nach dem Beruf seines Vaters gefragt wurde, warf er sich stolz in die Brust und erklärte: »Mein Vater sitzt den ganzen Tag am Computer und spielt!« Mein ältester Sohn hingegen sagt hin und wieder zu mir – und er meint es völlig ernst: »Weißt du, Schreiben ist kein Problem. Schwierig ist nur das Tippen!« (...)


Ein Tag wie ein Leben von Nicholas Sparks

Seit knapp 30 Jahren ist Wilson Lewis mit Jane verheiratet. Nach außen ist alles perfekt. Doch als Wilson ihren Hochzeitstag vergisst, ist Janes Enttäuschung so maßlos, dass Wilson beginnt, an seiner Ehe zu zweifeln. Kann Jane ihn überhaupt noch lieben? Wilson sucht Rat bei Janes Vater Noah, dessen einzigartige, fünfzig Jahre währende Liebe zu Allie jedem in ihrer Familie als Vorbild gilt. Bald versteht Wilson, dass er alles tun muss, um Janes Herz zurückzugewinnen. Er wird erneut um sie werben und sie mit der Erfüllung ihres Lebenstraums überraschen ....

LESEPROBE
PROLOG
Kann ein Mensch sich wirklich ändern? Oder sind uns durch unseren Charakter und die Macht der Gewohnheit unverrückbare Grenzen gesetzt, die unser Leben bestimmen?
Solche Fragen gehen mir durch den Sinn, während ich beobachte, wie eine Motte aufgeregt das Windlicht umschwirrt. Es ist Mitte Oktober 2003, und ich sitze allein hier draußen auf der Veranda. Jane, meine Frau, schläft oben in unserem Schlafzimmer, und als ich vorhin aus dem Bett geschlüpft bin, hat sie sich nicht gerührt. Es ist spät. Mitternacht ist längst vorüber, und in der Luft liegt bereits diese fröstelige Kühle, die den nahenden Winter ahnen lässt. Ich habe meinen flauschigen Bademantel übergezogen. Eigentlich müsste er warm genug sein, um die Kälte abzuhalten, aber schließlich fange ich doch an zu zittern, und ich vergrabe meine Hände tief in den Taschen.
Über mir wölbt sich der Nachthimmel mit seinen unzähligen Sternen, die wie silberne Lichttupfer auf einer pechschwarzen Leinwand aussehen. Ich erkenne den Orion und die Plejaden, den Großen Wagen und die Corona Borealis, die Nördliche Krone. Dieser Anblick sollte mich inspirieren – schließlich blicke ich nicht nur zu den Sternen empor, sondern gleichzeitig weit zurück in die Vergangenheit: Die Helligkeit, die von diesen Himmelskörpern ausgeht, wurde schon vor vielen Lichtjahren entsandt. Ich warte auf eine poetische Eingebung, auf die bewegenden Worte, mit denen ein Dichter die Mysterien des Lebens beschreiben würde. Aber ich warte vergebens.
Das wundert mich nicht. Ich bin kein besonders sentimentaler Mensch, finde ich, und in diesem Punkt würde mir meine Frau sicher zustimmen. Weder im Kino noch im Theater bin ich je richtig gerührt, ich bin kein Träumer, und wenn es etwas gibt, was mir wirklich wichtig ist und mich zu Höchstleistungen anspornt, hat es garantiert mit der Steuergesetzgebung und ähnlichen juristischen Problemen zu tun. Als Anwalt für Erbschaftsfragen komme ich häufig mit Menschen in Berührung, die sich auf den Tod vorbereiten. Ich glaube, manche Leute finden diese Art von Arbeit eher befremdlich. Aber selbst wenn sie Recht haben – was soll ich tun? Ich will mich nicht rechtfertigen, nichts läge mir ferner, und ich hoffe, dass Sie am Ende der Geschichte, die ich jetzt erzählen möchte, diese Seite meines Charakters mit mehr Nachsicht und Verständnis betrachten.
Bitte, verstehen Sie mich nicht falsch! Ich bin zwar nicht sentimental, aber das heißt noch lange nicht, dass ich keine Gefühle habe, im Gegenteil – es gibt Augenblicke, in denen ich tief ergriffen bin. Meistens sind es kleine Dinge, die diese Ergriffenheit auslösen: Ich brauche zum Beispiel nur zwischen den riesigen Mammutbäumen der Sierra Nevada zu stehen … Die Ergriffenheit kommt auch, wenn ich zuschaue, wie sich in der einsamen Dünenlandschaft von Cape Hatteras, dieser halbmondförmigen Insel vor der Küste North Carolinas, die Wellen des Ozeans brechen und salzige Gischt aufspritzt. Letzte Woche hatte ich einen Kloß in der Kehle, nur weil ich beobachtet habe, wie ein kleiner Junge Schutz suchend nach der Hand seines Vaters tastete, während sie den Gehweg entlanggingen. Ich könnte noch andere Situationen beschreiben: Zum Beispiel verliere ich jedes Zeitgefühl, wenn ich den Wolken nachschaue, die der Wind vor sich her treibt. Und sobald ich Donnergrollen höre, renne ich ans Fenster, weil ich unbedingt mitbekommen will, wie der nächste Blitz den Himmel erhellt – und dann erfasst mich immer eine unbeschreibliche Sehnsucht, ein heftiges Verlangen, von dem ich gar nicht sagen kann, wonach.
Ich heiße Wilson Lewis, und dieses Buch ist die Geschichte einer Hochzeit. Und die Geschichte einer Ehe. Obwohl Jane und ich seit dreißig Jahren zusammenleben, gibt es bestimmt viele Leute, die wesentlich mehr von der Ehe verstehen als ich. In dieser Beziehung kann von mir niemand etwas lernen, und ich vermag keine guten Ratschläge zu erteilen. Ich habe mich schon oft egoistisch und eigensinnig verhalten, und gelegentlich bin ich ahnungslos wie ein Goldfisch im Aquarium – und diese Selbsterkenntnis macht mir sehr zu schaffen. Rückblickend würde ich allerdings sagen, dass ich eine Sache richtig gemacht habe: Ich habe meine Frau immer geliebt, und ich liebe sie bis heute. Viele würden jetzt vielleicht einwenden, das sei doch eine Selbstverständlichkeit und deswegen nicht weiter erwähnenswert. Aber es ist noch gar nicht so lange her, da war ich fest davon überzeugt, dass meine Frau diese Gefühle nicht mehr erwidert.
In jeder Ehe gibt es Höhen und Tiefen, das ist klar, und ich glaube, bei Paaren, die lange zusammen sind, gehört dieses Auf und Ab einfach dazu. Wie vieles haben meine Frau und ich gemeinsam durchgestanden! Den Tod meiner Eltern, den Tod ihrer Mutter, die Krankheit ihres Vaters. Wir sind vier Mal umgezogen, und bei allem beruflichen Erfolg meinerseits mussten wir doch auch zahlreiche Opfer bringen, um unseren Lebensstandard zu sichern. Wir haben drei Kinder, und die Erfahrung, Kinder großzuziehen, würden wir gegen nichts auf der Welt eintauschen, auch nicht gegen die Schätze eines Tutenchamun – aber die schlaflosen Nächte, die unzähligen Fahrten zum Arzt und ins Krankenhaus, als die Kinder noch kleiner waren, haben doch sehr an unseren Kräften gezehrt und uns oft regelrecht überfordert. Dass ich die Pubertätsjahre nicht unbedingt noch einmal durchmachen möchte, brauche ich vermutlich nicht weiter zu begründen.
Diese Dinge bringen alle ihre spezifischen Probleme mit sich, und wenn zwei Menschen zusammenleben, teilen sie Tag für Tag den Stress. Meiner Meinung nach liegt darin sowohl der Segen als auch der Fluch einer Ehe. Es ist ein Segen, weil man immer ein Ventil hat, um Dampf abzulassen und die Alltagssorgen loszuwerden. Es ist ein Fluch, weil das Ventil ausgerechnet die Person ist, die man am liebsten mag.
Warum erwähne ich das? Weil ich unterstreichen möchte, dass mir trotz allem während der ganzen Zeit niemals Zweifel an meinen Gefühlen für meine Frau gekommen sind. Natürlich gab es Tage, an denen wir uns am Frühstückstisch gegenübersaßen und uns angeschwiegen haben, doch selbst in den Momenten habe ich uns als Paar nicht infrage gestellt. Ich will nicht so tun, als hätte ich mir nie ausgemalt, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich eine andere Frau geheiratet hätte, aber ich habe nie bedauert, dass ich mich für Jane entschied – und sie sich für mich. In meinen Augen war unsere Beziehung immer unverhandelbar und absolut stabil. Doch dann musste ich auf einmal erkennen, dass ich mich geirrt hatte. Darauf war ich nicht vorbereitet. Diese schmerzhafte Erkenntnis liegt jetzt ein gutes Jahr zurück – vierzehn Monate, genauer gesagt –, und sie hat einen Prozess in Gang gesetzt, der vieles andere nach sich zog.
Was damals passiert ist, fragen Sie?
Wenn man bedenkt, dass ich mich in den so genannten besten Mannesjahren befinde, könnte man auf die Idee kommen, dass alles nur mit meiner Midlifecrisis zusammenhing. Hat mich womöglich plötzlich der Wunsch gepackt, mein Leben radikal umzukrempeln? Oder habe ich mich zu einem Seitensprung verführen lassen? Nein, nein, nichts dergleichen. Es hätten viele Katastrophen eintreten können, um unsere Ehe aus dem Lot zu bringen, doch in Wirklichkeit war es eine Bagatelle, die man unter anderen Umständen ein paar Jahre später als lustige Anekdote zum Besten gegeben hätte. Aber das, was ich getan habe, war für Jane sehr schlimm, es war für uns beide schlimm, und deshalb beginnt hier meine Geschichte.
Es war der 23. August 2002. Ich war aufgestanden, hatte gefrühstückt und, wie meistens, den größten Teil des Tages in der Kanzlei verbracht. Was sich während meines Arbeitstages ereignete, hat für den weiteren Gang der Ereignisse keine Bedeutung, und ich muss zugeben, dass ich mich an nichts erinnern kann – außer, dass es keine außergewöhnlichen Vorkommnisse gab. Ich kam zur üblichen Zeit nach Hause und stellte erfreut fest, dass Jane dabei war, mein Lieblingsessen zuzubereiten. Bei der Begrüßung fiel mir auf, dass ihr Blick nach unten wanderte, als wolle sie überprüfen, ob ich außer meiner Aktentasche noch etwas anderes in der Hand hielt. Warum sie das tat, begriff ich erst viel später. Aber außer meinen Unterlagen und Akten hatte ich nichts dabei. Eine Stunde später saßen wir beim Abendessen, und während Jane anschließend den Tisch abdeckte, holte ich schon die Papiere aus meiner Tasche, die ich noch durchgehen wollte. Ich saß in meinem Arbeitszimmer und überflog gerade die erste Seite, als Jane in der Tür erschien. Sie stand einfach nur da und trocknete sich die Hände am Geschirrtuch ab – mit einer Miene, die tiefe Enttäuschung ausdrückte. Diese Enttäuschung habe ich im Laufe der Jahre zu identifizieren gelernt, auch wenn ich sie nicht immer zuordnen kann.
»Möchtest du mir irgendetwas sagen?«, fragte sie nach einer Weile.
Ich zögerte. Dass hinter dieser scheinbar harmlosen Frage etwas anderes steckte, wusste ich natürlich sofort. Hatte sie vielleicht eine neue Frisur? Nein, ihre Haare waren nicht anders als sonst, sagte mir ein prüfender Blick. Ich hatte mir längst angewöhnt, auf solche Kleinigkeiten zu achten. Was sonst konnte es sein? Ich durfte nicht zu lange schweigen, aber ich wusste beim besten Willen nicht weiter.
»Wie war dein Tag?«, erkundigte ich mich schließlich.
Mit einem eigenartigen Lächeln wandte sie sich ab und ging, ohne etwas zu antworten.


Die Nähe des Himmels von Sparks

Jeremy Marsh steht als Wissenschaftsjournalist kurz vor dem großen Durchbruch: Er hat sich auf die Entlarvung angeblich übernatürlicher Phänomene spezialisiert und gerade erst einen Hellseher vor laufender Kamera entlarvt. Nun lockt ihn ein neuer Fall nach Boone Creek, North Carolina, wo er herausfinden soll, was hinter den geisterhaften Lichterscheinungen auf dem Friedhof steckt.
Entgegen all seiner wohlgeordneten Pläne verliebt er sich jedoch Hals über Kopf in Lexie, die ausgerechnet die Enkelin der Dorfwahrsagerin ist. Und plötzlich schwindet ihm der Boden unter den Füßen. Denn um Lexie zu gewinnen, muss er seine ganze Lebensplanung hinter sich lassen und einen gewaltigen Sprung wagen. Nur wenn er seinen Verstand ausblendet, ist er bereit für das wahre Wunder der Liebe.


LESEPROBE
Jeremy Marsh hatte das Gefühl, dass alle im Fernsehstudio ihn anstarrten. Er saß mitten im Publikum der Liveshow, und an diesem Nachmittag im Dezember waren außer ihm noch höchstens fünf, sechs Männer unter den Zuschauern. Sonst nur Frauen. Wie gewöhnlich trug er Schwarz und sah überhaupt aus wie ein typischer New Yorker – was er ja auch war: dunkle, wellige Haare, hellblaue Augen, lässiger Dreitagebart. Während er den Showgast auf dem Podium beobachtete, warf er hin und wieder verstohlene Blicke auf die attraktive blonde Frau drei Reihen hinter ihm. Sein Beruf hatte ihn gelehrt, ständig auf mehrere Dinge gleichzeitig zu achten. Er arbeitete als investigativer Journalist und war wie immer auf der Jagd nach einer guten Story. Die Blondine schien zwar ohne besonderen Anlass hierher gekommen zu sein, doch der professionelle Beobachter in ihm registrierte sofort, dass sie in ihrem ärmellosen Top und den Jeans extrem anziehend wirkte. Rein journalistisch betrachtet, versteht sich. Aber er durfte sich nicht ablenken lassen, im Gegenteil, er musste sich ganz auf den Studiogast konzentrieren. Der Typ war im Grund eine Lachnummer! Im Scheinwerferlicht sah dieser Geisterführer aus, als litte er an fürchterlichen Blähungen. Dabei behauptete er, Stimmen aus dem Jenseits zu vernehmen. Geschickt verbreitete er eine Aura der Intimität, indem er seinen Zuhörern vorgaukelte, er wolle sich mit ihnen verbrüdern. Dem Publikum gefiel das offenbar; voller Andacht bestaunten ihn alle wie ein Geschenk das Himmels – die Blondine bildete da keine Ausnahme. Erst recht nicht die Frau, auf die der Herr gerade einredete. Irgendwie konnte man die Leute auch verstehen, fand Jeremy, denn schließlich schien er den Ort zu kennen, an dem sich die geliebten Menschen aufhielten, von denen sie hatten Abschied nehmen müssen. Die Seelen im Jenseits waren nach den Worten dieser Geisterführer immer von strahlendem Himmelslicht umflutet und verströmten Frieden und Ruhe. Noch nie hatte Jeremy von einem gehört, der zu jenem anderen Ort, wo das Feuer loderte, Kontakt aufnahm. Kein einziger der Verstorbenen berichtete je, er werde an einem Pfahl geröstet oder müsse in einem Bottich mit siedendem Motoröl schmoren. Das könnte doch auch sein, oder? Jeremy wusste, dass er ein hoffnungsloser Zyniker war. Eins musste er allerdings zugeben: Die Show war nicht übel. Timothy Clausen machte seine Sache ausgezeichnet – wesentlich besser als die meisten anderen Scharlatane, über die Jeremy im Laufe der Jahre geschrieben hatte. »Ich weiß, es ist nicht leicht«, flötete Clausen ins Mikrofon, »aber Frank teilt Ihnen mit, dass Sie ihn jetzt gehen lassen müssen.« Die Frau, die er mit so viel Einfühlungsvermögen behandelte, sah aus, als wollte sie gleich in Ohnmacht fal- len. Sie war um die fünfzig, trug eine grün gestreifte Bluse, und ihre rote Dauerwelle stand in alle Richtungen ab. Die Hände hielt sie so verkrampft über der Brust gefaltet, dass die Knöchel schon ganz weiß wurden. Clausen schwieg und legte die Hand an die Stirn, um noch einmal mit dem »Jenseits«, wie er es formulierte, zu kommunizieren. In stummer Erwartung beugten sich die Zuschauer vor. Alle wussten, was als Nächstes kommen würde. Die Frau war schon die dritte Zuschauerin, die Clausen in dieser Sendung ausgewählt hatte. Da er heute als einziger Gast auftrat, konnte er über die Zeit frei verfügen. »Erinnern Sie sich an den Brief, den er Ihnen geschrieben hat?«, fragte Clausen. »Kurz vor seinem Tod?« Die Frau schnappte nach Luft. Der Mann vom Technikteam hielt ihr das Mikro noch dichter vor die Nase, damit die ganze Fernsehwelt sie japsen hören konnte. »Ja, natürlich, aber woher …«, stammelte sie. Clausen unterbrach sie. »Wissen Sie noch, was in dem Brief stand?« »Ja«, krächzte sie. Clausen nickte wissend, als hätte er den Brief gelesen. »Es ging um Vergebung, nicht wahr?« Die Gastgeberin der Talkshow, der beliebtesten Nachmittagssendung in den ganzen Vereinigten Staaten, saß auf einem Sofa und ließ ihren Blick von Clausen zu der Frau wandern und wieder zurück. Ihre Miene drückte leises Staunen und große Zufriedenheit aus. Geisterführer waren Balsam für die Quote. Die Frau auf dem Podium nickte. Schon begann ihre Wimperntusche zu laufen. Die Kamera zoomte auf ihr Gesicht. So etwas brauchte man in Großaufnahme! Tagesfernsehen vom Feinsten. (...)


Das Lächeln der Sterne von Sparks

Adrienne Willis ist in tiefer Sorge um ihre Tochter Amanda. Seit dem Tod ihres Mannes ist Amanda in Trauer gefangen und bringt immer weniger Kraft auf, um für sich und ihre beiden kleinen Söhne zu sorgen. Um ihr Mut zu machen, beschließt Adrienne, Amanda ein Stück ihrer Vergangenheit anzuvertrauen, ein Geheimnis, das sie lange in ihrem Herzen verborgen hatte ...

LESEPROBE
An einem milden Novembermorgen im Jahr 1999 war Adrienne Willis zu der kleinen Familienpension zurückgekehrt. Auf den ersten Blick schien es ihr, als ob sich nichts verändert hatte, ganz so, als wäre das kleine Haus gegen Sonne und Sand und salzhaltigen Nebel unempfindlich. Die Veranda war frisch gestrichen, und in beiden Etagen wurden die Fenster mit den weißen Vorhängen von glänzend schwarzen Fensterläden eingerahmt, sodass es wie zwei Reihen von Klaviertasten aussah. Die Wände aus Zedernholz hatten die Farbe von schmutzigem Schnee. Auf beiden Seiten des Hauses nickte Strandhafer zur Begrüßung, und der Sand bildete eine geschwungene Düne, die mit jedem Tag unmerklich ihre Form veränderte, weil die einzelnen Sandkörner unablässig in Bewegung waren. Die Sonne schien zwischen den Wolken zu schweben, und es sah so aus, als schwirrten kleine Lichtpartikel im Dunst. Das „Ganze“, vermittelte Adrienne einen Augenblick lang das Gefühl, eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit gemacht zu haben. Doch als sie genauer hinsah, entdeckte sie Veränderungen, die auch kleine Schönheitsreparaturen nicht zu verbergen vermochten: der Ansatz von Schimmel an den Fensterrahmen, Rostspuren am Dach, Wasserflecken unter den Regenrinnen. Die Pension war vom Alter gezeichnet, und es stand nicht in Adriennes Macht, daran etwas zu ändern. Doch heute, drei Jahre später, wusste sie noch, dass sie die Augen geschlossen hatte, als könne sie mit einem Blinzeln das Haus wieder so erstehen lassen, wie es einst gewesen war. Adrienne hatte vor wenigen Monaten ihren sechzigsten Geburtstag gefeiert. Jetzt stand sie in der Küche ihres eigenen Hauses und legte den Hörer auf. Sie hatte gerade mit ihrer Tochter telefoniert. Sie setzte sich an den Tisch, sann über ihren letzten Besuch in der Pension nach und ließ noch einmal die Bilder von dem langen Wochenende, das sie vor vielen Jahren dort verbracht hatte, vorüberziehen. Trotz allem, was sich seitdem ereignet hatte, hielt Adrienne an ihrer Überzeugung fest, dass es vor allem die Liebe war, die das Leben so wunderbar machte. Draußen fiel Regen. Adrienne lauschte dem gleichmäßigen Geräusch und war dankbar für das Gefühl von Beständigkeit und Vertrautheit, das es ihr gab. Die Erinnerung an jene Tage weckte jedes Mal die unterschiedlichsten Empfindungen in ihr - so etwas Ähnliches wie Wehmut oder Nostalgie, aber das war es nicht allein. Wehmütige Gefühle stellten häufig die Vergangenheit in einem verklarten Licht dar, doch es gab keinen Grund, die Erinnerungen zu verklären. Adrienne teilte sie mit niemandem. Die Erinnerungen gehörten ihr, und im Laufe der Jahre waren sie ihr zu einer Art Museum geworden, in dem sie sowohl die Kuratorin als auch die „einzige“ Besucherin war. Und in gewisser Hinsicht war Adrienne zu der Überzeugung gelangt, dass sie in den fünf Tagen damals mehr gelernt hatte als in all den Jahren davor oder danach. Sie lebte allein. Ihre Kinder waren erwachsen, ihr Vater war 1996 gestorben, und Jack und sie waren seit siebzehn Jahren geschieden. Ihre Söhne bedrängten sie manchmal, sich einen neuen Partner zu suchen, aber Adrienne verspürte kein Verlangen danach. Nicht, dass sie mit Männern nichts mehr zu tun haben wollte - ganz im Gegenteil, gelegentlich merkte sie, dass sie sich von jüngeren Männern angezogen fühlte, zum Beispiel, wenn ihr im Supermarkt jemand über den Weg lief. Da manche dieser Männer nur wenige Jahre älter waren als ihre eigenen Kinder, fragte sie sich, was sie wohl denken würden, wenn sie ihre Blicke bemerkten. Würden sie sich sofort abwenden? Oder würden sie ihr Lächeln erwidern und ihre interessierten Blicke reizvoll finden? Sie war sich nicht sicher. Sie wusste natürlich auch nicht, ob diese Männer trotz der ergrauenden Haare und der Falten erkennen konnten, wie sie früher einmal ausgesehen hatte. Doch Adrienne bedauerte es keineswegs, dass sie älter wurde. Die Menschen sprachen fortwährend von dem Reiz der Jugend, aber sie sehnte sich nicht danach, wieder jung zu sein. Mittleren Alters vielleicht, aber nicht jung. Sicher, manches vermisste sie: Sie würde gern immer noch die Treppe zwei Stufen auf einmal nehmend hinaufrennen oder mehrere Einkaufstaschen gleichzeitig tragen können, und sie hatte gern noch ausreichend Energie gehabt, um mit ihren Enkeln Schritt halten zu können. Doch letzten Endes waren die Erfahrungen, die sie gemacht hatte, wertvoller, und die kamen nur mit dem Alter. Wenn sie auf ihr Leben zurückblickte, erkannte sie, dass sie kaum etwas anders machen würde, wenn sie noch einmal die Gelegenheit dazu hätte, und das war der Grund, warum sie nachts ruhig schlief. Außerdem brachte das Jungsein viele Probleme mit sich. Adrienne erinnerte sich nicht nur an ihre eigene Jugend, sie hatte auch ihre Kinder begleitet, als diese mit den Ängsten der Pubertät und den Unsicherheiten und dem Chaos des frühen Erwachsenenlebens zu kämpfen hatten. Obwohl zwei von ihnen jetzt schon über dreißig waren und der Dritte fast dreißig,

fragte sie sich manchmal, ob es wohl je eine Zeit geben würde, die

nicht mehr von ihrer Rolle als Mutter bestimmt war.

Matt war zweiunddreißig, Amanda einunddreißig, und Dan war gerade neunundzwanzig

geworden. Alle drei waren zum College gegangen, und darauf war Adrienne

stolz, denn es hatte eine Zeit gegeben, als sie daran zweifelte, ob

auch nur eines ihrer Kinder es schaffen würde. Sie waren ehrlich,

freundlich und genügsam, und im Grunde genommen waren sie so geraten,

wie sie es sich gewünscht hatte. Matt war Steuerberater, Dan Sportberichterstatter

bei den Abendnachrichten, die aus Greenville gesendet wurden, und

beide waren verheiratet und hatten schon eigene Kinder. Als ihre Söhne

zu Thanksgiving bei ihr gewesen waren, hatte sie, so erinnerte sie

sich, ein wenig abseits gesessen und zugesehen, wie die beiden von

ihren Kindern auf Trab gehalten wurden. Adrienne hatte eine große

Befriedigung verspürt bei dem Gedanken, wie gut sich das Leben ihrer

Söhne entwickelt hatte.

Für ihre Tochter war alles - wie immer schon - ein wenig komplizierter.

Als Jack auszog, standen die Kinder am Anfang der Pubertät, und jedes

hatte die Scheidung auf seine eigene Art verarbeitet. Matt und Dan

hatten ihre Aggressionen auf dem Sportplatz rausgelassen und waren

hin und wieder in der Schule aus der Rolle gefallen. Doch Amanda hatte

es schwerer. Als das mittlere Kind zwischen zwei Brüdern war sie schon

immer besonders empfindlich, und als Teenager hätte sie den Vater

gebraucht, und sei es nur als Gegengewicht zu den besorgten Blicken

der Mutter. Sie begann, sich in Lumpen zu kleiden - so empfand Adrienne

es zumindest -, und schloss sich einer Gruppe von jungen Leuten an,

die abends nur in der Gegend herumlungerten. Im Laufe der nächsten

zwei Jahre behauptete Amanda mindestens ein Dutzend Mal, über die

Maßen in irgendeinen Jungen verliebt zu sein. Wenn sie von der Schule

nach Hause kam, hörte sie in ihrem Zimmer so laut Musik, dass die

Wände wackelten, und ignorierte es, wenn ihre Mutter zum Essen rief.

Es gab Phasen, da sprach Amanda tagelang kaum ein Wort, weder mit

ihrer Mutter noch mit ihren Brüdern.

So ging das ein paar Jahre, aber schließlich fand auch Amanda ihren

Weg und gestaltete sich ein Leben, das Adrienne merkwürdig an ihr

eigenes früheres Leben erinnerte. Im College lernte Amanda Brent kennen.

Die beiden heirateten nach dem Abschluss und bekamen in den ersten

Ehejahren zwei Kinder. Wie bei vielen anderen Paaren auch war ihre

finanzielle Lage angespannt, aber Brent plante alles mit Bedacht,

was Jack nie getan hatte. Als das erste Kind zur Welt kam, schloss

Brent vorsorglich sofort eine Lebensversicherung ab, obwohl keiner

von beiden damit rechnete, sie in nächster Zeit in Anspruch nehmen

zu müssen.

Sie hatten sich geirrt.